Grosses Engine-Upgrade und neue Kreaturen
Am 30. September 2026 steht für ARK: Survival Ascended ein Meilenstein an. Studio Wildcard aktualisiert das technische Grundgerüst von ARK auf die Unreal Engine 5.8 und koppelt den Versionssprung direkt an ein umfangreiches Content-Paket. Neben dem lang ersehnten TLC-Update für das berühmt-berüchtigte «Tickle Chicken» (Therizinosaurus) debütieren mit dem dreiköpfigen Cerberax ("Fluffy") und dem massiven Flugdrachen Gargantar zwei neue Kreaturen den Server.
Das TLC-Update für den Therizinosaurus ist ein kostenloses TLC Update für alle. Cerberax hingegen ist kostenpflichtiger Zusatzinhalt (Paywall) von ARK Fantastic Tames Season 1. Der Gargantar wiederum erscheint exklusiv im Rahmen des DLC "Dragontopia".
Der Wechsel auf die Unreal Engine 5.8 bringt vermutlich Updates in Render-Pipeline, Physik und Datenstrukturen mit sich - wie vermutlich auch einen Haufen von alten und neuen Fehler - Happy Hunting.
Therizinosaurus: Frische Federn für das «Tickle Chicken»
Als Gewinner des Extra-Life-Community-Votings erhält der Therizinosaurus (Therizinosaurus multiensis) ein umfassendes Tender-Loving-Care-Update (TLC). Wildcard tastet die etablierte Rolle des vielseitigen Ressourcen-Ernters nicht an, modernisiert jedoch Reaktionsfähigkeit im Kampf, Steuerungsdynamik, Fortbewegung und optische Progression spürbar.
Zahme Therizinos spiegeln ihren tribalem Einsatzbereich künftig direkt an der Grafik des Tieres wider. Ein gezielt auf feinfühlige Ausbeute («Delicate Harvesting») trainiertes Tier präsentiert lange, makellose und rasiermesserscharfe Klingen. Ein auf rohe Zerstörung («Power Harvesting») getrimmter Holzfäller zeigt hingegen abgestossene, rissige Klauen und eine veränderte Körperhaltung, was jedem Zuchttier eine individuelle Note verleiht.
In freier Wildbahn verhält sich der Pflanzenfresser kalkulierbarer, ohne an Bedrohlichkeit einzubüssen. Wilde Exemplare greifen Überlebende nicht mehr ansatzlos an, sondern fixieren Eindringlinge zunächst mit unverwandtem Blick und spreizen drohend die Klauen. Wer diese letzte Warnung ignoriert und den Mindestabstand unterschreitet, provoziert unverzüglich einen Angriff. Im Sattel reagiert der Therizinosaurus agiler: Ein neuer raumgreifender Sprung («Bounding Hop») ermöglicht das Überwinden von Felsen und Geländekanten, an denen konventionelle Grosscarnivoren wie Rex oder Allosaurus hängenbleiben. Zudem dreht er nahezu auf der Stelle. Im Nahkampf steht dem Reiter ein neuer Wischangriff («Claw Swipe») zur Verfügung, um heranstürmende Feinde auf Distanz zu halten, ergänzt durch einen wuchtigen Doppel-Klauenhieb gegen gepanzerte Ziele. Der Zähmungsprozess verbleibt unverändert beim klassischen Knock-Out-Verfahren via Sedierung und Fütterung.
Links:
- https://survivetheark.com/index.php?/articles.html/community-crunch-523-swipe-right-r2558/
- https://ark.wiki.gg/wiki/Therizinosaur (noch alte Version)
Wissenschaftliche Einordnung (Paläontologie)
Während Wildcards Adaption die aggressive Raubtier-Attitüde spielmechanisch boosted, war das reale Vorbild aus der späten Kreidezeit vor rund 70 Millionen Jahren eine paläontologische Kuriosität. Bei den ersten Grabungen in der Nemegt-Formation der Wüste Gobi (Mongolei) hielten sowjetische Forscher um Evgeny Maleev die 1954 freigelegten, gewaltigen Hornkerne für die Rippenknochen einer gigantischen Meeresschildkröte. Daher rührt das wissenschaftliche Artepitheton cheloniformis («schildkrötenförmig»).
Erst spätere Schädelfunde und vollständige Skelette verwandter Taxa klärten das Missverständnis auf: Therizinosaurus war ein bis zu zehn Meter langer und über fünf Tonnen schwerer Theropode. Anders als seine fleischfressenden Verwandten wie der Tarbosaurus vollzog diese Linie einen sekundären evolutionären Wechsel zur strikt pflanzenfressenden Lebensweise, erkennbar an einem schmalen Hornschnabel, blattförmigen Zähnen und einem voluminösen Rumpf für langwierige Gärungsprozesse. Die Knochenkerne der Sichelklauen erreichten allein über 70 Zentimeter Länge und massen mit der zu Lebzeiten vorhandenen Hornsubstanz über einen Meter – die längsten bekannten Krallen der Erdgeschichte. Sie dienten primär dazu, hochgelegenes Blattwerk heranzuziehen, fungierten bei Angriffen von Spitzenprädatoren jedoch zweifellos als tödliche Hiebwaffen.
Cerberax: Drei Köpfe, drei Persönlichkeiten
Mit Cerberax (Cerberax tricipitis) betritt ein mythologischer Frontlinien-Apex das Territorium von ARK Fantastic Tames Season 1. Der gigantische Dreiköpfer ordnet sich in der Hierarchie knapp unterhalb von Giganotosaurus und Carcharodontosaurus ein und dominiert Auseinandersetzungen gegen reguläre Grosskampf-Mounts wie Rex oder Ossidon mühelos.
Die zentrale Stärke des Cerberax liegt im synergetischen Zusammenspiel seiner drei Köpfe, die eigenständige Elementarfunktionen besitzen:
- Rechter Kopf (Feuer): Teilt Brandschaden aus, um feindliche Rüstung und Lebenspunkte zu zermürben. Konsumiert zudem vom linken Kopf aufgetragene Gift-Debuffs, um Ziele massiv zu verkrüppeln.
- Linker Kopf (Gift): Belegt Angreifer mit schwächenden Toxin-Effekten. Kann brennende Flächenschäden absorbieren, um die eigenen Lebenspunkte aktiv zu regenerieren.
- Mittlerer Kopf (Koordination): Agiert als taktischer Verstärker. Er erhöht den Basisschaden der Flankenköpfe und sorgt dafür, dass Feuer- und Gifteffekte explosionsartig auf umliegende Gegner im Umkreis überspringen.
Cerberax ist vollständig im Solobetrieb spielbar, wobei der Fahrer den Rumpf und den mittleren Hauptkopf steuert. Das maximale Gefechtspotenzial entfaltet das Tier jedoch als Plattform für drei Überlebende: Während der Hauptreiter das Manövrieren und den Flächenschaden dirigiert, feuern die Mitreiter gezielt und simultan die Elementarangriffe der Seitenköpfe ab.
Links
- https://survivetheark.com/index…
- https://survivetheark.com/index.php?/articles.html/community-crunch-524-three-of-a-kind-r2559/
- https://ark.wiki.gg/wiki/Cerberax
Der Zähmungsprozess: «Three Trials, No Majority Rule»
Entgegen anfänglicher Spekulationen wird für die Zähmung kein Spielertrio benötigt; der Ablauf lässt sich vollständig solo bewältigen. Wildcard verzichtet auf die herkömmliche Betäubungsmethode und kombiniert mehrere bekannte Zähm-Mechaniken zu einem dreistufigen Ablauf.
Ähnlich wie beim Acrocanthosaurus muss dem Cerberax im offenen Gefecht zunächst massiver Schaden zugefügt werden, bis das Tier eine spezifische Brüll-Animation auslöst. In diesem Verwundbarkeitsfenster werden Narkotika oder Biotoxin verabreicht. Der Rauschzustand zwingt das Adrenalin des Biests jeweils in einen einzelnen Kopf, der wach bleibt und auf eigene Bedingungen besteht:
- Machtkampf: Ein Kopf fordert körperliche Dominanz. Der Überlebende besteigt den aktiven Kopf und muss ähnlich wie beim Reit-Minispiel von Andrewsarchus oder Concavenator präzisen Richtungspfeilen folgen, um im Sattel zu bleiben und den Widerstand zu brechen.
- Verhandlung: Ein Kopf reagiert auf Nahrung und erfordert das gezielte, passive Verfüttern von speziellem Futter (voraussichtlich Kibble) in engen Zeitfenstern.
- Jagd: Der verbleibende Kopf verlangt eine gemeinsame Bluttat im Stile von Carcharodontosaurus oder Amargasaurus, bei der bestimmte Beutetiere in der Umgebung erlegt werden müssen.
Erst wenn alle drei Prüfungen erfolgreich absolviert wurden und die Energiereserven der Kreatur komplett erschöpft sind, bricht Cerberax zusammen und lässt sich final in den Tribe aufnehmen.
Mythologischer Hintergrund: Der Höllenhund Kerberos
Die Vorlage des Cerberax entstammt direkt der griechischen Mythologie. Kerberos (griechisch Κέρβερος, latinisiert Cerberus) war das Nachkommen der Ungeheuer Typhon und Echidna. Als furchteinflössender Wächter der Unterwelt bewachte er die Tore des Hades mit einer klaren Direktive: Er erlaubte den Schatten der Verstorbenen den Zutritt, verhinderte jedoch erbarmungslos jede Rückkehr in das Reich der Lebenden.
Klassische Überlieferungen beschreiben den Höllenhund oft mit drei Köpfen, einer Mähne aus zischenden Schlangen und einem Drachenschwanz. Nach Ovid tropfte aus dem Geifer des rasenden Kerberos ein toxischer Schaum auf den Boden, aus dem die extrem giftige Pflanze Eisenhut (Aconitum) entsprang – eine mythologische Referenz, die Wildcards Design mit dem giftspuckenden linken Kopf aufgreift.
Der im Spiel implementierte Zähmungsablauf zitiert zudem die zwölfte und mühsamste Tat des Herakles. Der Halbgott erhielt die Aufgabe, Kerberos lebend aus dem Hades an die Erdoberfläche zu bringen – allerdings unter der Bedingung von Unterweltgott Hades, das Tier ohne den Einsatz eiserner Waffen zu unterwerfen. Herakles rang die Bestie mit reiner Körperkraft im Würgegriff nieder. Der Beiname «Fluffy» entstammt dagegen der modernen Popkultur: In Harry Potter und der Stein der Weisen taufte Rubeus Hagrid seinen dreiköpfigen Wachhund auf diesen harmlosen Namen, der sich in Gaming-Communitys rasch als ironisches Synonym etabliert hat.
Kurzausblick: Gargantar (ARK Dragontopia)
Zeitgleich mit Cerberax erscheint am 30. September der Gargantar aus dem DLC ARK: Dragontopia. Während Cerberax für Frontlinien-Scharmützel am Boden konzipiert ist, fungiert der Gargantar als schwer gepanzerte fliegende Belagerungs- und Luftkampfplattform für grössere Allianzen.
Der Name verknüpft zwei kulturhistorische Motive: Einerseits die Legende der Gargouille – ein drachenartiges Sumpfwesen der französischen Folklore an der Seine, dessen Bezwingung durch den Bischof Romanus von Rouen den Ursprung der gotischen Wasserspeier bildet. Andererseits steht der Begriff für Riesenhaftigkeit im Sinne von Rabelais' Renaissance-Riesen Gargantua. Wildcard adaptiert dieses Motiv als schwerfälligen Behemoth der Lüfte, der bestehende Luftkampf-Hierarchien aufmischen soll.
Links:
- Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können